Berichte

Bericht über die Tätigkeiten des Instituts im akademischen Jahr 2016/17 im Magazin konstruktiv

Das IHT reichte bei der Sigrist-Stiftung der Universität Bern einen Antrag für ein Preisfeld ein, um im Jahr 2017 eine Preisträgerin oder einen Preisträger auszuzeichnen. Das eingereichte Preisfeld „Historische Forschung zum orientalischen Christentum“ wurde von der Sigrist-Stiftung genehmigt. Im Dezember 2017 findet ein entsprechendes Symposium mit der zu ehrenden Person statt. Wiederum wurde ein Abend „Historische Theologie im Gespräch“ für Pfarrerinnen, Vikare, Kirchgemeinderätinnen, kirchliche Mitarbeitende und Studierende durchgeführt, der anlässlich des Reformationsjubiläums dem Thema „Sola Gratia! - Allein die Gnade?“ gewidmet war.

In der Abteilung für Ältere Geschichte des Christentums und der interreligiösen Begegnungen wurde Assistentin Maria Lissek für die Zeit ihres Forschungsaufenthalts in Oxford durch Dr. Sophie Caflisch aus Zürich vertreten. Prof. Dr. Katharina Heyden koordinierte einen Antrag für eine Interfakultäre Forschungskooperation zum Thema „Religious Conflicts and Coping Strategies“ an der Universität Bern. Mit Vorträgen zur Verschleierung im frühen Christentum, zum christlichen Konzept der Heimat/losigkeit, zu Migration in der Antike und zum Werk des israelischen Aphoristikers Elazar Benyoetz beteiligte sie sich an internationalen Konferenzen. Das SNF-Projekt „Palamas und Akindynos im Streit um die göttlichen Energien“ konnte die Zusammenarbeit mit griechischen und zypriotischen Forschenden ausbauen. Im Herbst fand die Ringvorlesung „Religion und Gewalt“, eine Kooperation mit dem Haus der Religionen und der Abteilung für Religionspsychologie/Seelsorge/Religionspädagogik grosses Interesse. Im Rahmen des Doktoratsprogramms fand eine Lektüreklausur auf Gut Ralligen zu Jörg Lausters Buch „Die Verzauberung der Welt“ statt.

In der Abteilung für Neuere Geschichte des Christentums und Konfessionskunde läuft mit dem akademischen Jahr auch die Zeit von Assistent Gergely Csukás ab, der seine Dissertation einreichen wird. Ab September 2017 wird er ein ausserordentliches Kirchenpraktikum sowie ab August 2018 das Lernvikariat der reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn absolvieren. Daneben wird er für ein Jahr am „Studienzentrum für Glaube und Gesellschaft“ an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg arbeiten. Prof. Dr. Martin Sallmann hielt Vorträge zur Prädestinationslehre im Zweiten Helvetischen Bekenntnis an einer Tagung zum 450-jährigen Jubiläum des Bekenntnisses (1566), zur Diakonie in der Schweiz des 19. Jahrhunderts im Rahmen einer Tagung in Emden zum Thema „’Wir sollen menschlich sein ...’ (Johannes Calvin): Diakonie im reformierten Protestantismus“, zum Verständnis der Reformation bei Jeremias Gotthelf sowie zur Zuordnung von Heiliger Schrift und Heiligem Geist im Protestantismus der Frühen Neuzeit. Martin Sallmann wurde als Mitglied in die Historische Kommission zur Erforschung des Pietismus, Hannover, berufen.

Im FS 2017 hielt Dr. Dagmar Heller, Studiendekanin am Ökumenischen Institut Bossey und Studiensekretärin für Glauben und Kirchenverfassung (Faith & Order) beim ÖRK in Genf, im Rahmen der Lehraufträge für Ökumene die Vorlesung mit dem Titel: „Die Einheit der Kirche in einer pluralen Welt“ und erhielt dafür grossen Zuspruch von studentischer Seite.

 

Bericht über die Tätigkeiten des Instituts im akademischen Jahr 2015/16 im Magazin konstruktiv

Das Institut für Historische Theologie führte im vergangenen akademischen Jahr zwei Abende „Historische Theologie im Gespräch“ durch. Aktuelle theologische Themen wie die Zuordnung von Kirche und Staat oder das Bekenntnis wurden mit Pfarrerinnen und Pfarrern, kirchlichen Mitarbeitenden und Studierenden mit Blick auf die Geschichte des Christentums und historische Quellen im Gespräch erörtert.

An der Abteilung für Ältere Geschichte des Christentums und der interreligiösen Begegnungen konnten mehrere Stipendien eingeworben werden: Ass. Maria Lissek forscht mit einer Förderung des SNF von August 2016 bis Juli 2017 in Oxford über mittelalterliche Religionsdialoge. Ihre Vertretung wird Frau Dr. Sophie Caflisch aus Zürich übernehmen. Nadja Heimlicher wird in den kommenden zwei Jahren mit einem kirchlichen Stipendium an ihrer Dissertation über Gregor von Nazianz weiterarbeiten können. Das Forscherteam des SNF-Projekts „Akindynos und Palamas im Streit um die göttlichen Energien“ hat im August 2015 auf der „XVII. International Conference on Patristic Studies“ in Oxford einen Workshop mit Beteiligung griechischer Forscher durchgeführt. Im September 2015 organisierte Prof. Dr. Katharina Heyden als Mitglied der Jungen Akademie eine interdisziplinäre Fachtagung zum Thema „Popularisierung heiliger Texte und ihre normativen Grenzen in Judentum, Christentum und Islam“ in Bern. Katharina Heyden war mit Vorträgen an verschiedenen Konferenzen beteiligt, u. a. zu Kreuzzugsgeschichte(n), frühchristlicher Tiersymbolik und dem frühchristlichen Gebet für die Regierung. Ausserdem referierte sie an der Seniorenuniversität und der Kinderuniversität Bern sowie im Berner Münster. Am 1.4.2016 veranstaltete die Abteilung einen Ökumenischen Begegnungsabend mit einem Vortrag des Neutestamentlers Giuseppe Pulcinelli von der Lateran-Universität Rom zum Thema „Maria im Neuen Testament“. Katharina Heyden ist neu Koordinatorin der Interreligiösen Studien an der Theologischen Fakultät sowie Verantwortliche für Qualitätsentwicklung und –evaluation (QSE).

An der Abteilung für Neuere Geschichte des Christentums und Konfessionskunde wurde das Forschungsprojekt des SNF mit dem Titel „Täufertum und Pietismus als Herausforderung für Obrigkeit und Kirche in Bern 1700-1720“ abgeschlossen. Die Anstellung von Dr. Hanspeter Jecker lief Ende 2014 aus, Philippus Hendriksen verliess die Abteilung Ende Oktober 2015, trat wiederum in ein Pfarramt ein und arbeitet weiter an seiner Dissertation. Einige Resultate des Projekts flossen in den Vortrag „Die Täufer im Stadtstaat Bern zwischen Verfolgung und Duldung“ ein, den Prof. Dr. Martin Sallmann im Collegium Generale der Universität Bern im HS 2015 hielt. Zur Hoffnung aus der Perspektive christlicher Theologie, zur Geschichte der Reformation in der Schweiz und zur Kirchengeschichte in der Schweiz des 19. Jahrhunderts trug er an interdisziplinären Symposien und Tagungen in Basel, Freiburg (Schweiz) und Tutzingen (Deutschland) vor. Martin Sallmann wurde zum Präsidenten des wissenschaftlichen Beirates der Historisch-kritischen Gesamtausgabe der Werke und Briefe von Jeremias Gotthelf (HKG) gewählt.

Im FS 2016 hielt Hanspeter Jecker, Dozent am Theologischen Seminar Bienenberg, Liestal, im Rahmen der Lehraufträge für Ökumene die Vorlesung mit dem Titel: „Von der blutigen Verfolgung bis zum ökumenischen Miteinander: Ökumene aus täuferisch-mennonitischer Perspektive“.

 

Bericht über die Tätigkeiten des Instituts im akademischen Jahr 2014/15 im Magazin konstruktiv

Das Institut für Historische Theologie schaut auf ein vielfältiges und anregendes akademisches Jahr zurück. Während das Institut seinen Namen behält, änderten die Bezeichnungen der zwei Abteilungen, die nun „Ältere Geschichte des Christentums und der interreligiösen Begegnungen“ sowie „Neuere Geschichte des Christentums und Konfessionskunde“ heissen. Mit diesen Bezeichnungen ist nicht eine programmatische Veränderung in Forschung und Lehre verbunden, sondern vielmehr eine Anpassung an die bereits bestehende inhaltliche Arbeit vorgenommen. Der Höhepunkt am Institut war die Antrittsvorlesung von Prof. Katharina Heyden, die seit dem 1. Januar 2014 an der Theologischen Fakultät in Bern tätig ist. Am 12. März 2015 hielt sie die Antrittsvorlesung unter dem Titel „Hain der Religionen. Das antike Heiligtum von Mamre als Begegnungsort und locus theologicus“.
Unter Federführung der Abteilung für Ältere Geschichte des Christentums hat das Institut an der Nacht der Forschung der Universität Bern im HS 2014 mit einem Workshop „Mosaikwerkstatt für Familien“ mitgewirkt, an dem auf spielerische Weise das Apsismosaik der Basilica San Clemente in Rom kennengelernt werden konnte. Im FS 2015 war P. Martin Werlen OSB zu einem Gastvortrag eingeladen unter dem Titel „Glauben leben statt Konfessionsgrenzen hüten. Provokative Gedanken zu einem brisanten Thema“. Eine Exkursion mit Studierenden führte nach Einsiedeln. Im Rahmen des Doktorandenprogramms organisierte die Abteilung einen Methoden-Workshop „Bilder als Quellen in den historisch-theologischen Wissenschaften“, an dem Prof. Silvia Schroer, Bern, Prof. Jutta Dresken-Weiland, Regensburg, und Prof. Rudolf Leeb, Wien, referierten. Prof. Katharina Heyden wurde vom SNF das Forschungsprojekt „Akindynos und Palamas im Streit um die göttlichen Energien“ genehmigt (siehe http://www.akindynos.unibe.ch/).
Nachdem er das Amt als Dekan weitergereicht hatte, konnte Prof. Martin Sallmann im HS 2014 sein ordentliches Forschungssemester beziehen. Vertreten wurde er in der Abteilung für Neuere Geschichte des Christentums von Prof. Dr. Mariano Delgado, Freiburg i. Ue. Neben Vorträgen konnten zwei Aufsätze und zwei Buchbeiträge abgeschlossen und eingereicht werden. In dieser Zeit ging auch die Homepage Lukas Vischer online, die das zum Teil weit verstreute Quellenmaterial nach und nach zugänglich machen soll. Die Hauptarbeit leistet Pfrn. Karin Bredull Gerschwiler (siehe http://www.lukasvischer.unibe.ch/). Im Forschungsprojekt des SNF unter dem Titel „Täufertum und Pietismus als Herausforderung für Obrigkeit und Kirche in Bern 1700-1720“ lief die Anstellung von Dr. Hanspeter Jecker aus. Philippus Hendriksen, der in diesem Rahmen an seiner Dissertation arbeitet, bleibt noch bis im Herbst 2015 angestellt. Im Rahmen des Doktorandenprogramms führte Prof. em. Rudolf Dellsperger im FS 2015 eine Gruppe von Doktoranden auf eine Exkursion nach Herrnhut (Sachsen) und in die Archive der dortigen Herrnhuter Brüdergemeine.
Während im HS 2014 kein Lehrauftrag für Ökumene vergeben wurde, hielt im FS 2015 Pfr. Dr. Martin Hirzel, Beauftragter für Ökumene und Religionsgemeinschaften beim SEK, eine Vorlesung zum Thema: „Grundfragen und aktuelle Aufgaben der Ökumene in den Kirchen der Schweiz“.
Erschienen sind die folgenden Publikationen:
Katharina Heyden: Orientierung. Die westliche Christenheit und das Heilige Land in der Antike (Jerusalemer Theologisches Forum 28), Münster 2014.
Gerlinde Huber-Rebenich, Martin Wallraff, Katharina Heyden, Thomas Krönung (Hg.): Mirabilia Urbis Romae. Wunderwerke der Stadt Rom, Freiburg i. Br. 2014.
Martin George, Jens Herlth, Christian Münch, Ulrich Schmid (Hg.): Tolstoj als theologischer Denker und Kirchenkritiker, Göttingen 2014.

2.7.2015/MS

Bericht über die Tätigkeiten des Instituts im akademischen Jahr 2013/14 im Magazin konstruktiv

Das vergangene akademische Jahr brachte dem Institut für Historische Theologie vielfältige Veränderungen: Prof. Dr. Martin George verabschiedete sich nach 23 Jahren Forschung und Lehre im Fach Ältere Kirchen- und Dogmengeschichte mit einer Vorlesung in der Aula der Universität Bern zum Thema: „Was ist Theologie? Impulse aus der Alten Kirche“. Er gab damit auch Anregungen für die heutige Debatte über Aufgabe und Inhalte der christlichen Theologie. Seit dem 1. Februar 2014 ist er Emeritus an unserer Theologischen Fakultät.
Begrüssen und willkommen heissen durfte die Theologische Fakultät Prof. Dr. Katharina Heyden, die seit dem 1. Januar 2014 am Institut als Professorin für Ältere Kirchen- und Dogmengeschichte sowie die Geschichte interreligiöser Begegnungen tätig ist. Katharina Heyden studierte Theologie in Berlin, Jerusalem und Rom, wurde an der Friedrich-Schiller-Universität Jena promoviert und an der Universität Göttingen habilitiert mit einer Monographie unter dem Titel: „Orientierung. Die westliche Christenheit und das Heilige Land in der Antike“ (erscheint 2014).
In der Abteilung Ältere Kirchengeschichte nahmen im Sommer 2014 zwei Assistentinnen ihre Arbeit auf: Maria Lissek, die ihr Studium in Marburg, Jerusalem und Tübingen absolvierte und im vergangenen Jahr Studienassistentin am Theologischen Studienjahr in Jerusalem war, besetzt die ordentliche Assistenz und forscht im Rahmen ihrer Dissertation über Gemeinsamkeiten und Unterschiede von interreligiösen und interkonfessionellen Dialogen. Nadja Heimlicher, Absolventin unserer Fakultät, arbeitet nach ihrem Lernvikariat in der Berner Kirche seit dem 1. August im Rahmen einer Forschungsassistenz an einer Dissertation über die altkirchliche Lehre von den Energien Gottes arbeiten. Dr. Theodoros Alexopoulos arbeitet im Rahmen seiner Forschungsassistenz an einem Habilitationsprojekt über das Filioque (Übersetzung mit Kommentar der Spiritus Sancti Mystagogia des Photios von Konstantinopel).
In der Abteilung Neuere Kirchengeschichte verliess Kerstin Gross die Assistenz, um in ihrer Heimatkirche in Frankfurt a. M. das Vikariat zu absolvieren. Gergely Csukás ist seit September 2013 Assistent für Neuere Kirchengeschichte. Er studierte Theologie in Wien, Heidelberg und Debrecen sowie Geschichte in Wien und arbeitet gegenwärtig an einer Dissertation über pietistische Zeitschriften in den Jahren 1730-1750, die über Erweckungsbewegungen aus aller Welt berichten. Das Forschungsprojekt des SNF unter dem Titel „Täufertum und Pietismus als Herausforderung für Obrigkeit und Kirche in Bern 1700-1720“ läuft weiter. Dr. Hanspeter Jecker publizierte mehrere Beiträge zum Thema und Philippus Hendriksen erforscht im Rahmen seiner Dissertation die theologie- und frömmigkeitsgeschichtlichen Zusammenhänge der Auseinandersetzung zwischen pietistischen Kreisen und der reformierten Kirche im Bern des frühen 18. Jahrhunderts.
Im Herbstsemester 2013 hielt Prof. Dr. Andreas Heuser, Basel, als Lehrauftrag für Ökumene eine Vorlesung zum Thema: „Die Pfingstbewegung in Afrika und Lateinamerika. Einblicke in aktuelle Felder der Forschung“. Prof. Dr. Elke Pahud de Mortanges, Freiburg i.Br., nahm den Lehrauftrag im Frühjahrssemester 2014 wahr mit einer Vorlesung unter dem Titel: „Das apostolische Glaubensbekenntnis, oder: Was die christlichen Konfessionen eint und was sie trennt“.
Eine Exkursion fand im Sommer im Anschuss an das Seminar „Kirche und Spiritualität in Russland von den Anfängen bis heute“ unter Leitung von Prof. Dr. Martin George und PD Dr. Christian Münch zu historischen Stätten der Russischen Orthodoxen Kirche und zu Begegnungen mit Studierenden der orthodoxen Theologie in Moskau sowie mit Nonnen, Mönchen, Priestern und Bischöfen in Klöstern und Pilgerzentren statt.
Erschienen ist die folgende Publikation: Dokumente der Berner Reformation: Disputationsthesen, Reformationsmandat und Synodus, im Auftrag des Synodalrates der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn hg. v. Martin Sallmann u. Matthias Zeindler, Zürich 2013.

14.5.2014/MS