Katharina Heyden, geb. 1977 in Ost-Berlin, ist seit 2014 Professorin für Ältere Geschichte des Christentums und der Interreligiösen Begegnungen an der Universität Bern. Sie erwarb ihre theologische Ausbildung an Universitäten in Berlin, Jerusalem, Rom, Jena und Göttingen. 2021 war sie Senior Research Fellow am Martin Marty Center for the Public Understanding of Religion an der University of Chicago, seit 2024 ist sie regelmässig Director’s Visitor am Institute für Advanced Study in Princeton (USA).
Katharina Heyden forscht und publiziert über interreligiöse Begegnungen in Antike und Mittelalter, mit einem speziellen Fokus auf literarischen Dialogen, interreligiös genutzten Orten und Hermeneutiken der Andersheit und Fremdheit zwischen Juden, Christen, Muslimen und „Heiden“. Weitere Forschungsschwerpunkte sind christliche Geschichtsschreibung und Bildsymbolik, asketische Lebensformen (vor allem bei den Wüstenmönchen) und die Gotteslehre. Dabei verbindet Katharina Heyden die Analyse von Texten mit Objekten materialer Kultur sowie gelebte Religion mit theologischen Perspektiven.
Ihr jüngstes Buch trägt den Titel „Unterscheiden ohne zu trennen. Wiederentdeckung eines christlichen Weltzugangs aus Quellen des fünften Jahrhunderts“ (Tübingen: Mohr Siebeck 2025 open access). Zurzeit arbeitet sie an einem Buch: „Traveling Tales, Conflicting Claims: How Stories Shaped Religious Imagination in Premodern Europe“.
Seit 2022 leitet Katharina Heyden gemeinsam mit dem amerikanischen Historiker David Nirenberg die internationale Forschungsinitiative „Interactive histories, co-produced religions: Judaism, Christianity, and Islam“ (CORE). Von 2018 bis 2024 leitete sie die Interfakultäre Forschungskooperation (IFK) „Religious Conflicts and Coping Strategies“ an der Universität Bern. Seit 2022 ist sie zudem Vizedekanin Forschung, Planung und Finanzen der Theologischen Fakultät.
Neben ihrer Lehrtätigkeit in Bern unterrichtet Heyden als Gastdozentin regelmässig den Ökumenischen Sommerkurs des Centro Melantone in Rom sowie am Theologischen Studienjahr der Dormitio Jerusalem. Zu ihrem Lehrprogramm in Bern gehören auch akademische Exkursionen, unter anderem nach Italien, Israel, Andalusien und Ägypten – und einmal jährlich an einen theologisch bedeutsamen Ort der Schweiz. Heyden hat das interaktive digitale Projekt „theos – Theologisch bedeutsame Orte der Schweiz“ ins Leben gerufen.
Für ihre Forschung und Lehre erhielt sie zahlreiche Preise, zuletzt einen ERC/SNF Consolidator-Grant für eine Projektgruppe zu „Religious Interaction and Co-production: Jews, Christians, and Muslims in the Entangled Early Medieval Occident (2023-2028) und den Credit Suisse Award for Best Academic Teaching (2020).
Katharina Heyden ist Mitherausgeberin der Zeitschrift für Antikes Christentum, von Verkündigung und Forschung und mehrerer Buchreihen sowie wissenschaftliche Beirätin der Fritz-Thyssen-Stiftung und Mitglied im SNSF Panel „Humanities and Social Sciences“ des Schweizerischen Nationalfonds. Als Gutachterin hat sie die Deutsche Forschungsgemeinschaft sowie verschiedene Universitäten und Fachzeitschriften, das Bildungsministerium des Bundeslandes Hessen und die Schweizerische Akkreditierungsgesellschaft beraten.
Mit ihrem Mann und ihren drei Kindern lebt Katharina Heyden im Berner Oberland. Sie ist ordinierte Pfarrerin der Berner Kirche und gestaltet mehrmals im Jahr Gottesdienste im Berner Münster und der Kirche Scherzligen.